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Fragebogen: „PHQ-9“

Kurz, Schnell und effektiv: Lediglich 3 Minuten benötigt ein/e PatientIn, um den Patient Health Questionnaire (Kurzversion) auszufüllen. Der PHQ-9 fragt dabei alle Symptome einer depressiven Störung ab. Dies hilft nicht nur PsychotherapeutInnen und PsychiaterInnen bei der Diagnosestellung, sondern kann auch die Anamnese in Haus- und Facharztpraxen sinnvoll ergänzen, denn somatische Beschwerden sind häufig Teil einer übergeordneten psychischen Störung. Bereits vor dem ersten Termin liegen den Behandelnden somit stichhaltige Informationen zur psychischen Gesundheit ihrer Patienten und Patientinnen vor, die im Gespräch gemeinsam in den gesundheitlichen Gesamtkontext gestellt werden können.

Inhalte im Detail erklärt

Nicht umsonst spricht die WHO, wenn es um Depression geht, von einer Volkskrankheit: Die Wahrscheinlichkeit, im Leben mindestens einmal eine depressive Störung zu erleiden wird zwischen 16 und 20 % geschätzt, und erst Ende 2019 fand das RKI gemeinsam mit Destatis eine Prävalenz von 9,2 % – Deutschland liegt damit deutlich über dem europäischen Durchschnitt. Dabei wird oft die Depression nicht als solche erkannt, denn Patienten suchen häufig zunächst medizinischen Rat für typischerweise komorbide auftretenden somatische Beschwerden: Zum Beispiel Störungen der Verdauung, Atemwegserkrankungen oder Erkrankungen der Wirbelsäule.

Tatsächlich leiden rund ein Drittel aller Patienten mit körperlichen Erkrankungen unter psychischen Störungen, typischerweise ist für diese Patienten der Hausarzt der erste Ansprechpartner. Umso wichtiger ist es bei der Anamnese neben den körperlichen Beschwerden auch auf psychische Faktoren zu achten. Behandlungen, die sich nur auf körperliche Beschwerden konzentrieren, können unwirksam sein, wenn sie psychische Komponenten außer Acht lassen, die mitursächlich für die somatischen Beschwerden sind.

Werden kritische psychische Erkrankungen hingegen frühzeitig erkannt, kann dies vermieden und eine Verschlechterung des Patientenzustands verhindert werden.

Nicht zuletzt können schwere somatische Einschränkungen und Schmerzen über längere Zeit PatientInnen stark belasten und eine Depression überhaupt erst auslösen – ein weiterer Grund für MedizinerInnen, das psychische Wohlbefinden ihrer PatientInnen im Auge zu behalten.

Der Fragebogen fragt alle Kriterien einer Major Depression nach DSM-V ab, die fast deckungsgleich mit den ICD-10-Kriterien für eine Depressive Episode (F32) sind. Über eine simple 4-stufige Skala können die Patienten im Selbstbericht angeben, welche der neun Symptome innerhalb der letzten zwei Wochen überhaupt nicht, an einzelnen Tagen, an mehr als der Hälfte der Tage oder aber an beinahe jedem Tag auftraten.

Idana bereitet den PHQ-9 für Sie übersichtlich auf und legt Wert darauf, die entscheidenden Informationen hervorzuheben. In unserem Beispiel sieht der Arzt gleich zu allererst kritische Warnsymptome sowie wichtige Antworten des Patienten, die auf eine Depression hinweisen können und gemeinsam mit dem Patienten besprochen werden müssen. Wie im Beispiel erkennbar weist Idana bereits bei selten auftretenden Suizidgedanken auf das mögliche Risiko hin. Zur Gesamtbewertung der depressiven Belastung und des Schweregrads des Patienten berechnet Idana einen Gesamtscore. Dieser individuelle Score lässt sich dann anhand der folgenden Klassifikation bewerten

  • keine depressive Symptomatik
  • keine oder minimale Symptomatik
  • milde Symptomatik
  • mittlere Symptomatik
  • mittelschwere Symptomatik
  • schwere Symptomatik

Wünschen Sie eine zusätzliche Abfrage psychosomatischer Symptome, so können Sie den PHQ-9 mit dem PHQ-15 ergänzen.. Wird der Fokus eher auf die psychische Gesundheit allgemein gelegt, so kann statt des PHQ-9 auf die Komplettversion des PHQ-D zurückgegriffen werden, der neben dem Depression und somatischen Beschwerden zusätzlich Ängstlichkeit, Essstörungen und Alkoholmissbrauch abfragt. Benötigen Sie hingegen ein noch kürzeres Testing, so bietet Idana auch den PHQ-4 an, der mit nur 4 Fragen Depression und Ängstlichkeit erfasst.

Einsatz

Nach den Leitlinien Unipolare Depression der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) wird der Patient Health Questionnaire (PHQ) als Instrument zum Screening einer depressiven Störung empfohlen. Gerade das kurze Depressionsmodul beweist mit nur 9 Fragen eine hohe Erkennungsrate von depressiv erkrankten Menschen und kann somit wichtige Hinweise für das PatientInnen-Gespräch liefern. Aufgrund der Orientierung des PHQ-9 an den DSM-V Kriterien lässt sich rasch die Anzahl der vorhandenen Symptome ablesen sowie die Schwere der Belastung anhand eines nachvollziehbaren Scorings berechnen. Darüber hinaus lässt sich der PHQ-9 zur Verlaufskontrolle einsetzen und hilft bei der Einschätzung der Entwicklung von PatientInnen während der Psychotherapie -aber auch in medizinischen Einrichtungen lässt sich bei Kenntnis über das Bestehen einer Depression so ganzheitlich der Zustand des Patienten verfolgen.

Abrechnung

Der Einsatz und die Auswertung standardisierter Testverfahren sind nach EBM (35600) für Neurologie, Psychiatrie, Psychotherapie & Psychosomatik sowie Kinder- und Jugendmedizin und Vertragsärzte mit Abrechnungsgenehmigung mit 3,74 € (34 Punkte) anrechenbar. Nach GOÄ lässt sich der Einsatz des PHQ-9 auch durch Hausärzte über die Ziffer 857 (“Anwendung und Auswertung orientierender Testuntersuchungen”) mit 15,55 € (bei Faktor 2,3) abrechnen.

Wissenschaft

Der Patient Health Questionnaire wurde ursprünglich in Amerika aus einem bereits bestehenden Inventar weiterentwickelt (Spitzer, Kroenke & Williams, 1999) und in der deutschen Version von der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Bernd Löwe erforscht.

Der PHQ als weit verbreitetes Screening Instrument wurde in zahlreichen Studien validiert und erreicht positive Ergebnisse sowohl in Kriteriums- als auch in Konstruktvalidität. Die Reliabilität liefert zufriedenstellende Ergebnisse für die innere Konsistenz und die Retest-Reliabilität. In der Literatur werden verschiedene Cut-off Werte vorgeschlagen, größtenteils liegen die günstigsten Schätzungen für Sensitivität (88 %) und Spezifität (88 %) bei einem Cut-off von >10.

Aufgrund der Kürze und schnellen Auswertung ist der PHQ-9 zudem ein sehr ökonomisches Instrument zur Messung depressiver Symptomatik und ausführlichen Inventaren nicht unterlegen.

Alternative Fragebögen:

  • PHQ-D: ganzheitliches Screening psychologischer und psychosomatischer Erkrankungen, PHQ-4: ultrakurze Abfrage zu Depression und Ängstlichkeit
  • Geriatrische Depressions-Skala (nach Yesavage): bei geriatrischen Patienten, Pseudodemenz Abklärung
  • DASS-21: zur Abklärung von Depressivität bei Schmerzpatienten
  • Depressionstest nach Goldberg: alternativer Depressionstest
  • PHQ-Stressmodul: zur Einschätzung der Belastung durch Stress

Zweck: Schnelle Diagnose einer Depression, Vermeidung unwirksamer Behandlung somatischer Beschwerden, Einleitung einer individuellen und spezifischen Therapie, Verschlechterung des Patientenzustands frühzeitig erkennen und verhindern

Inhalte des Fragebogens: fragt alle Symptome einer Major Depression nach DSM-V ab

Einsatz: Screening, Verlaufskontrolle, Beurteilung der Schwere einer psychischen Erkrankung

Fachbereiche: Zum Screening für alle Fachbereiche geeignet, erleichtert die Diagnosestellung für Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie

Bearbeitungszeit Patient: 3 Minuten

Patienten: Neue sowie bekannte Patienten.

Ergänzende Fragebögen: PHQ-15, GAD-7, bei neuen Patienten: Aufnahmebogen

Abrechnung: EBM (35600): 3,74 € (34 Punkte) für Fachärzte und bei Abrechnungsgenehmigung, GOÄ (857): 15,55 € (Faktor 2,3)

Besondere Inhalte/Funktionen des Fragebogens: Red Flags und Hervorhebung wichtiger Antworten zu allen Symptomen, Red Flags bei kleinsten Anzeichen von Suizidalität,  Automatisierte Berechnung eines Gesamtscores samt Klassifizierung.

Wissenschaft: validiertes Screening-Instrument mit erfreulicher Sensitivität und Spezifität bei der Identifizierung von gesunden und betroffenen Patienten

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Wir haben Fragebögen für alle Fachbereiche.