Die Therapie im Blick: Wie die Urologie am Kaiserdamm Scores im Verlauf nutzt
Erfahren Sie, wie die Urologie am Kaiserdamm in Berlin nach knapp drei Jahren digitaler Anamnese Scores für Verlauf und Therapiekontrolle nutzt und warum das auch bei Menschen ab 70 gut funktioniert.
Therapie im Blick
automatisch berechnete Scores zeigen den Verlauf
Besser vorbereitet
Bericht mit Zusammenfassung liegt vor dem Gespräch vor
Auch ab 70
über die Hälfte der Behandelten ist 70 oder älter, das Ausfüllen klappt gut
Georg Weiß ist Urologe in Berlin und arbeitet mit zwei Kollegen und acht Mitarbeitenden in der Gemeinschaftspraxis Urologie am Kaiserdamm. Die Praxis deckt das ganze Fach ab, von der Andrologie über die Onkologie und das ambulante Operieren bis zur klassischen Urologie und Vorsorge. Zwei Drittel der Behandelten sind Männer. Viele haben einen anderen sprachlichen Hintergrund, und mehr als die Hälfte ist 70 Jahre oder älter.
Anfang 2024 hat die Praxis die digitale Anamnese mit Idana eingeführt. Nach den ersten drei Monaten berichtete Georg Weiß im Mai 2024 über den Start. Inzwischen arbeitet das Team seit knapp drei Jahren damit. Nun schildert er, was sich seitdem im Behandlungsalltag verändert hat, vor allem bei den Scores.
Vor welchen Herausforderungen stand die Praxis?
Als Georg Weiß in die Praxis kam, wurde die Anamnese auf Papier erhoben: ein zweiseitiger allgemeiner Bogen, leicht an die Urologie angepasst, dazu die Datenschutzerklärung. Wer sich anmeldete, bekam das Klemmbrett und gab den ausgefüllten Bogen am Empfang zurück. Danach übertrug eine Mitarbeiterin die wichtigsten Angaben in die Patientenakte und scannte zusätzlich den Bogen ein.
Oft lag die Anamnese deshalb noch nicht vor, wenn der Patient ins Sprechzimmer kam. Das Team war meist schon mit der nächsten Anmeldung beschäftigt. Georg Weiß ging so häufig ohne Vorinformationen ins Gespräch und konnte es weniger gezielt führen. Auch für das Praxisteam war der Ablauf unbefriedigend:
„Am besten setzt man die Energie und Kraft der Mitarbeitenden für produktive Dinge ein und nicht dafür, Text abzuschreiben.“
Als neuer Kollege sah er den Ablauf mit frischem Blick und hielt die Umstellung für überfällig. Die Anamnese sieht er als zentralen Teil der ärztlichen Arbeit. Deshalb eignet sie sich aus seiner Sicht neben der Terminplanung gut als erster Schritt, wenn eine Praxis ihre Abläufe digitalisiert.
Welche Vorteile bringt Idana mit sich?
Feste Fragebogen-Pakete je Terminanlass
Wer über Doctolib einen Termin bucht, erhält vorher eine Erinnerung mit dem Link zum Idana-Fragebogen. Etwa 10 Prozent füllen ihn nach Schätzung von Georg Weiß schon zu Hause aus. Die übrigen erledigen das im Wartezimmer über den Check-in.
Je nach Terminanlass hat das Team feste Fragebogen-Pakete angelegt, etwa für die Vorsorge oder die Kinderwunschberatung. Am Empfang gibt es den passenden QR-Code. Im Vorsorge-Paket stecken der Vorsorgebogen, die Datenschutzerklärung und der IPSS, den dort alle ausfüllen. Sobald die Versichertenkarte eingelesen ist, ordnet das Team den Bericht per Klick der richtigen Akte im Praxisverwaltungssystem (PVS) zu.
Wie gut das im Alltag läuft, zeigen die Zahlen: Zwischen Oktober 2025 und September 2026 hat die Praxis über 2.000 Befragungen abgeschlossen, im Schnitt knapp 170 pro Monat. 91 Prozent davon kamen über den Check-in.
Die meisten füllen die Bögen im Wartezimmer auf dem eigenen Smartphone aus, für die anderen liegen drei Tablets bereit. Auch beim Alter sieht der Urologe keine Hürde:
„Über 50 Prozent unserer Patientinnen und Patienten sind in den Altersklassen 70 und aufwärts. Aus unserer Erfahrung klappt das sehr gut.“
Besser vorbereitet in jedes Gespräch
Bevor ein Patient das Sprechzimmer betritt, liest Georg Weiß den Bericht mit der Zusammenfassung und weiß dann, worum es grob geht. Der Patient darf zuerst frei erzählen, danach kann der Mediziner gezielt nachfragen.
„Ich kann mit Idana in einer kürzeren Zeit qualitativ mehr Informationen erfassen.“
Scores für Verlauf und Therapiekontrolle
Neben IPSS und AMS setzt die Praxis den IIEF-5 ein, außerdem einen Beckenboden-Fragebogen und einen Fragebogen bei akuter Harnwegsinfektion. Idana berechnet die Scores automatisch und schreibt sie in den Bericht. Lässt Georg Weiß sie in Abständen erneut erheben, sieht er den Verlauf.
„Wenn ich hin und wieder die Scores überprüfe und immer mal wieder abfragen lasse, kann ich so sehen, ob meine Therapien passen.“
Fragt später jemand nach Diagnostik oder Diagnose, findet sich die Erhebung bereits in der Akte. Nachträglich anstoßen muss er nichts.
Eigene Bögen mit dem Fragebogen-Editor
Im Katalog fehlten dem Urologen einige Bögen. Mit dem Fragebogen-Editor hat er sie ergänzt und den Anamnesebogen an die Abläufe der Praxis angepasst. Heute hat die Praxis alle Fragebögen, die sie im Alltag braucht, und gut ein Drittel der Befragungen läuft inzwischen über individuelle Bögen der Praxis.
Wie reagiert die Patientenseite?
Georg Weiß beobachtet, dass die Patientinnen und Patienten einen funktionierenden Ablauf honorieren. Wer die Anamnese ausgefüllt hat, muss im Sprechzimmer nicht alles noch einmal erzählen. Früher kam genau das häufig vor:
„Früher hatten wir regelmäßig die Situation: Der Patient stellt fest, dass er das alles schon mal ausgefüllt hat, und wundert sich, warum man ihn das nochmal fragt.“
Welches Fazit zieht die Praxis?
Nach knapp drei Jahren ist die Anamnese vollständiger als früher und liegt vor, wenn das Gespräch beginnt. Georg Weiß verschweigt auch die Grenzen nicht: Das Team brauchte eine Weile, bis die neuen Abläufe saßen, und nicht alle Menschen lassen sich digital erreichen.
„Man muss immer bedenken, dass jedes System immer nur so gut ist, wie man es einsetzt.“
Als Nächstes will die Praxis KI-gestützte Gesprächsdokumentation ausprobieren, darunter Idana Flow Pro. Den Vorteil sieht Georg Weiß darin, dass die Anamnese mit den Vorerkrankungen schon vorliegt, bevor das Gespräch beginnt, und die Dokumentation darauf aufbauen kann. Diagnose und Therapieentscheidung bleiben dabei immer beim Arzt; die KI übernimmt keine von beiden.
Was die Praxis sagt
„Ich kann mit Idana in einer kürzeren Zeit qualitativ mehr Informationen erfassen.“
Georg Weiß Urologe, Urologie am Kaiserdamm, Berlin
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